29 Januar 2020

Ein Augenöffner: „Maghreb, Migration und Mittelmeer“ von Beat Stauffer

Beat Stauffer präsentiert als Maghreb-Spezialist mit jahrzehntelanger Erfahrung ein sehr umfassendes, hochaktuelles Sachbuch mit 19 Kapiteln, dass das Thema der Migration aus Nordafrika wirklich von allen Seiten beleuchtet. Dass er auch Flüchtlinge in Europa und Migrationswillige vor Ort im Maghreb zu Wort kommen lässt, ist mir besonders sympathisch. Überhaupt lässt sich, bei aller Sachlichkeit und Objektivität, die einem Sachbuch zugrunde liegen soll, doch auch eine gewisse Empathie von Stauffer aus den Zeilen herauslesen.
15 Januar 2020

Die Neugier

«Was machen denn die da?», fragt Gabriel und hebt erstaunt seine Flügel. «Moment», antwortet Gott, «sie sind ja gerade erst hereingekommen.» Gott schaut etwas genauer hin und sieht eine Frau mit einem kleinen Mädchen an der Hand in der Magdalenenkirche in Hintermeggen. Die Frau taucht ihre Finger ins Weihwassergefäss beim Eingang und macht das Kreuzzeichen. Das Mädchen tut es ihr gleich. Dann laufen sie zwischen den Bankreihen aus schlichtem Holz nach vorne. Das Mädchen richtet dabei seinen Kopf nach oben und bestaunt das riesige ovale Gemälde an der Decke. Bei der letzten Bankreihe gehen sie nach links zum schwarzen Kerzenstand mit den Bittkerzen.
8 Januar 2020

„Die Geschichte der Bienen“ von Maja Lunde

Es gibt immer wieder Bücher, die bleiben einem nachhaltig in Erinnerung. Meistens wegen der packenden oder beeindruckenden Geschichte, die sie erzählen oder auch wegen dem besonderen Moment im Leben, in dem man sie gelesen hat. Neuerdings wird mir aber ein Buch sozusagen physisch in unvergesslicher Erinnerung bleiben, weil ich es über die Neujahrstage 2020 gelesen und mir dabei eine wirklich schmerzhafte Nackenstarre geholt habe.
20 Dezember 2019

Amüsantes erzähltechnisches Patchwork: Thomas Heimgartners Nekrovelle „Kaiser ruft nach“

Wegen des Covers (siehe unten), das abgesehen vom ungewöhnlichen Titel in Bezug auf Bild und Grafik doch recht unscheinbar daherkommt, hätte ich das kleine Buch von Thomas Heimgartner „Kaiser ruft nach“, erschienen bei der Edition pudelundpinscher, bestimmt nicht gekauft! Auch nicht wegen des Klappentextes, den ich zum Glück nur quergelesen habe, sodass ich nicht schon vor der Lektüre eines Spannungselementes beraubt wurde.