3 Dezember 2019

José

Nichts und niemand währt ewig, sagte sich Isabella wieder einmal und wischte sich eine Träne weg. Und doch sah der Frühling jedes Jahr so unbekümmert und fröhlich aus, wie wenn er das nicht wüsste. Es war schon Mitte April und in den Blumentöpfen auf ihrem Fenstersims regte sich etwas. Das hatte sie eben gesehen:
15 Juli 2017

Wo Gott Dame spielt

Wer mich kennt, weiss, dass mir jede Art des Missionierens ein Gräuel ist. Es soll mir bloss keiner kommen und behaupten, ich sei auf dem falschen Weg. Wäre ich es, möchte ich es nämlich selber entdecken! Es soll auch keiner behaupten, es gäbe eine Religion, die einer anderen überlegen sei oder gar ein von Gott ursprünglich auserwähltes Volk!
6 Juli 2017

Bordj Bou Arreridj

Der Ort macht seinem Namen alle Ehre! Frei übersetzt auf Deutsch hiesse er nämlich: Storchenturm. Bordj steht für Turm und Arreridj für Störche. Ausgesprochen wird der Ortsname übrigens Bordsch Bu Arreridsch. Und Störche hat es hier im Mai überall. Nicht nur auf Astgabeln abgestorbener, dürrer und wie Knochen aussehender, aber immer noch fest im trockenen Boden verwurzelter Baumstrünke etwas ausserhalb vom Zentrum, sondern vor allem mitten in der Stadt
6 Juli 2017

Politesse im Mittelalter

Der alte Herr, bestimmt ein Mitte-Siebziger, der in Lyon in den Bus Nummer dreizehn zum Croix-Rousse einsteigt, hat schlohweisses Haar, einen eleganten hellen Hut, ein braungebranntes Gesicht und einen vifen Blick. An einem Stock geht er nicht und wackelig scheint er auch nicht auf den Beinen.